Spaziergang durch das Stadtzentrum
Piešťany kann man sich in wenigen Stunden ansehen, man kann aber auch stundenlang durch die Stadt bummeln. Auf jeden Fall wird man sich bestimmt viele schöne Erlebnisse mit nach Hause bringen.
Bei der einzigartigen bronzenen Statue des Krückenbrechers, dem bekannten Wahrzeichen von Piešťany, können wir die Führung durch das Stadtzentrum beginnen. Das Werk des akademischen Bildhauers Robert Kühmayer steht schon seit einigen Jahrzehnten am Eingang der Kolonnadenbrücke, die in den Jahren 1930 bis 1932 eine ältere Holzbrücke ersetzte. Die Firma Pittel a Brausewetter realisierte den Brückenbau nach dem Projekt des Ing. Arch. Emil Belluš. Die Ätzarbeiten im Glas: „Die Lieder von Detva“ (Piesne Detvy) und „Auf der Almhütte” (Na salaši), die von dem akademischen Maler Martin Benka entworfen wurden, wurden im Jahre 1936 auf der Brücke angebracht. Beide Stirnseiten der Brücke schmücken die Aufschriften: Saluberrimae Pistinienses Thermae (das heilende Kurbad von Piešťany) stammt von dem Lobgedicht des Adam Trajan von Beneschau (1642) und Surge et ambula (steh auf und gehe) ist ein übernommener biblischer Text, dessen Anbringung der Professor Daniel Rapant entwarf. Nach der Zerstörung durch die deutsche Armee im Jahre 1945, wurde die Brücke im Jahre 1956 nach dem ursprünglichen Entwurf erneuert. Sie ist ein weltweites architektonisches Unikat, gehört zu den längsten gedeckten Brücken in der Slowakei (156 m). Viele lassen sich beim Blick von der Brücke zu einer Schiffrundfahrt mit einem Ausflugsschiff durch den Stausee Sĺňava verlocken. Der Stausee ist ein geschütztes Areal mit einem hohen Vorkommen seltener und gefährdeter Vogelarten. Der Blick anderer bleibt auf der Landesbrücke Stahlbeton haften, die der Stadt schon seit dem Jahre 1932 dient und nach dem Entwurf der Ing. Činčura und Ing. Grebeník gebaut wurde. Einige werden möglicherweise von einem Spaziergang über die anderen Brücken von Piešťany angezogen (Badebrücke, Brücke in Bodona, Fußgängersteg, sog. Schaukelbrücke).
Nur wenige Meter von der Kolonnadenbrücke entfernt steht ein Haus mit einer Gedenktafel, in dem in den Jahren 1947 bis 1958 der bedeutende slowakische Dichter und Übersetzer Ivan Krasko (1876-1958) lebte. Seit dem Jahr 1976 ist hier das Gedenkzimmer des Ivan Krasko mit der ursprünglichen Einrichtung des Arbeitszimmers und der Wohnung für interessierte Besucher eingerichtet.
Auf dem Weg von der Kolonnadenbrücke ist es möglich sich für einpaar ruhige Minuten in die Kapelle zurückzuziehen, die dem Göttlichen Herz Jesu geweiht ist. Dieser einschiffige Bau wurde im neogotischen Stil im Jahre 1897 gebaut.
Beim Verlassen der Kapelle wird die Aufmerksamkeit auf einen hölzernen Bau gelenkt, der vom deutschen Stil der umliegenden Gebäude ganz anders ist. Der Baumeister und Besitzer des Objektes war der Fotograf Gustav Löger, der sich am Ende des 19. Jahrhunderts entschied in Piešťany ein Haus für die Kurgäste zu bauen. Heute gibt es hier das Studentenheim der Elektrotechnischen Mittelschule.
In seiner Nachbarschaft befindet sich das Krankenhaus mit Poliklinik, das durch die Zusammenfügung von drei Kurkomplexen entstand – dem Sanatorium des MUDr. L. Schmidt und MUDr. E. Weisz, dem Palace Sanatorium MUDr. J. Brežný und der kaiserlich-königlichen Villa. Für gesundheitliche Zwecke dienen auch die Villa Klára und die Villa Alexander aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, die gegenüber diesem Komplex stehen.
Falls der Besucher nicht die Gastfreundschaft der Hotels Eden und Jalta (ehemaliges Excelsior) wahrnimmt, die in den Jahren 1929 -1930 von der schon erwähnten Firma Pittel a Brausewetter nach den Entwürfen des Architekten europäischen Formats aus Piešťany Ing. Paul Weisz gebaut wurden, dann kann er zumindest in einem der vielen Restauranteinrichtungen auf der Hauptstraße der Fußgängerzone Winterova Straße Halt machen. Ein sehenswertes historisches Gebäude, dessen Anfänge bis vor das Jahr 1806 reichen, ist die Bezovec - Franzens Villa. Den Namen erhielt das Gebäude nach dem Besitzer vom Heilbad Piešťany, dem Grafen Franz Erdõdy, in der Zeit des Umbaus des ursprünglichen Casinos in eine Wohnvilla (im Jahre 1895). Heute dient es nur zu Geschäftszwecken. Das älteste Gebäude auf der Winterova Straße ist das ursprüngliche Herrengasthaus (Kurhotel), die heutige Direktion der Gesellschaft Slowakisches Heilbad, AG. Als ein Herrengasthaus für die wohlhabenderen Gäste wird es schon im Jahre 1642 erwähnt. Das Gebäude wurde mehrmals umgebaut, hauptsächlich nach dem zerstörenden Brand im Jahre 1822.
Der sensible Besucher übersieht bestimmt nicht die Gebäude mit Gedenktafeln, beide aus der Werkstatt des akademischen Bildhauers Ladislav Ľudovít Pollák, die an zwei große Persönlichkeiten aus Piešťany erinnern. Die erste ist MUDr. Koloman Fodor (1849-1929), gebürtig aus Čachtice, der persönliche Arzt der Familie Erdõdy. Er war ein Pionier neuer Heilmethoden und war auch Abgeordneter des alten ungarischen Landtages. Seine Ehefrau, die Gräfin Josefine Berchtold, machte sich um die Schaffung der Statue „Sissi“, der österreichischen Kaiserin und ungarischen Königin verdient. Die Statue befindet sich vor dem Kurhaus Irma auf der Kurinsel.
Die zweite Gedenktafel wurde im Jahre 1990 auf dem Gebäude mit einer schönen Jugendstilfassade, bekannt als Grüner Baum, enthüllt. Dieses Gebäude besaß in den Jahren 1903 bis 1908 Ľudovít Winter gemeinsam mit seiner Ehefrau Leona Schauer. Ausgerechnet seine Unternehmensaktivitäten brachten eine außerordentliche Entwicklung des Heilbades und der damaligen Gemeinde Piešťany. Seit dem Jahre 1991 ist nach ihm die Hauptstraße der Fußgängerzone benannt. Im Jahre 2002 wurde er zu Recht mit dem Titel Ehrenbürger der Stadt Piešťany (In Memoriam) geehrt. In dem ursprünglichen Gebäude des Hotels (aus dem Jahre 1903) befindet sich heute eine Kinderkureinrichtung.
Nur ein Stückchen weiter kann man das schöne Gebäude des Hotels Victória Regia sehen, mit einem nicht wegzudenkendem, unübersehbaren Türmchen. In diesem Gebäude befindet sich schon seit einigen Jahrzehnten eine Restauranteinrichtung. Die Anfänge von Victoria Regia gehen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Markantere Umgestaltungen auf dem Gebäude führte der Architekt Adolf Oberländer durch. Der ältere Name Tüköry Villa wurde durch den Namen Leier ersetzt. Das Erdgeschoss-Haus in der Nachbarschaft hieß ursprünglich Antal Villa.
Nach einer Ruhepause auf einer Bank im Stadtpark mit Blick auf die Kolonnade, kann der Besucher in den Räumlichkeiten des Kultur- und Gesellschaftszentrums Fontána (Springbrunnen) eine weitere Pause einlegen, oder das Angebot des naheliegenden Kunsthaus annehmen. Der Liebhaber der Sakralarchitektur wird bestimmt weiter zur Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses streben, die im neogotischen Stil nach dem Projekt des Ján Krátky dank beträchtlichen Geldbeiträge der deutsch sprechenden Bürger gebaut wurde. Zwei jüdische Synagogen (eine orthodoxe und eine neologische) kann man heute nicht mehr sehen, weil sie in der Vergangenheit ohne Skrupel assaniert wurden. Hinter der Evangelischen Kirche befand sich ursprünglich eines der ersten Arbeiterkrankenhäuser in der Slowakei Pro Labore, das dank dem Alexander Winter gegründet wurde, dem ältesten der Familie Winter. In den Jahren 1893 und 1894 betraute er den Architekten Ignác Alpár aus Budapest mit dem Umbau eines älteren Stallobjektes. Das Krankenhaus gewann schon früh an Ruhm dank dem ausgezeichneten Arzt MUDr. Eduard Weisz. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte hier das Imkereiunternehmen Facet ihren Sitz.
Neben der vielen weiteren architektonischen Denkmäler, deren Förderer die Familie Winter war, ist ein exklusives Gebäude im Stadtpark genannt Kursalon (Kurhalle) aus dem Jahre 1894 sicherlich eine Besichtigung wert. Heute ist es der Sitz des Balneologischen Museums.














